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Nürnberger Trompetenbau...

Nürnberg war über 300 Jahre eine der renommiertesten Städte für die Herstellung hochwertiger Trompeten.

Die mit bekanntesten Instrumentenmacherfamilien Haas, Ehe, Hainlein, Neuschel und viele weitere lebten und arbeiteten hier über Generationen.

Diese außergewöhnliche Handwerkskultur und ihren Kunstgeist zu bewahren und weiterzuführen ist für mich, als gebürtigen Nürnberger,
ein besonderes Anliegen.


Mit dem Beginn der Fertigung von Barocktrompeten im Jahre 2004 haben wir bei NEUBAUER die lange Tradition der Nürnberger Barocktrompetenbaukunst wieder aufgeriffen und neu belebt. Es gibt nun also wieder das Original aus Nürnberg.


Mehr zur Geschichte des Nürnberger Trompetenbaus gibt es im nachfolgenden Artikel!

Nürnberger Trompetenbaukunst

von Norbert Neubauer aus "Instrumentebauer in Bayern" 2010

Für über 300 Jahre war Nürnberg eines der wichtigsten Zentren der Trompetenbaukunst. Die Blütezeit erstreckte sich besonders auf die Zeit von 1550 bis 1750, so daß beispielsweise 20 Trompetenmacherbetriebe gleichzeitig um ca. 1650 existierten. Darunter waren auch einige der bekanntesten Trompetenmacherfamilien, Ehe und Haas, aber auch Hainlein, Neuschel, Kodisch, Troschel und Nagel von denen heute noch eine reiche Hinterlassenschaft in vielen Museen zu bestaunen ist.

Die geografische Lage als „Quasi Centrum Europae“ Nürnbergs als zentraler Knotenpunkt der damals wichtigsten Handelsstrassen war hervorragend geeignet um „Erlesenes“ in die Welt hinaus zu bringen.

Mit seiner geografischen Lage als „Quasi Centrum Europae“ war Nürnberg zentraler Knotenpunkt der damals wichtigsten Handelsstrassen und somit hervorragend geeignet um „Erlesenes“ in die Welt hinaus zu bringen. Der hohe Bekanntheitsgrad Nürnberger Kunst- und Gebrauchsgegenstände, verbunden mit klangvollen Namen wie Albrecht Dürer, Veit Stoß, Peter Fischer, Adam Kraft, oder Peter Henlein strahlte positiv auf den Metallblasinstrumentenbau als Kunsthandwerk aus.

Seit dem 15. Jhd hatte sich Nürnberg jedoch auch bereits als eine der bekanntesten Musikstädte für fast sämtliche Instrumentengattungen fest etabliert.

Als freie Reichstadt hatte Nürnberg große Freiheiten und regelte geschickt das Wirtschaftsleben.

Die wichtigste Grundlage für die bedeutungsvolle wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung Nürnbergs wurde jedoch bereits 1219 durch Kaiser Friedrich II gelegt. Mit der Ernennung zur freien Reichstadt hatten die Nürnberger weitreichende Freiheiten für die autonome Gestaltung des Wirtschaftslebens durch den Rat der Stadt. Dieser regelte mit großem Geschick das Zusammenwirken der verschiedenen Gewerke.


Dies wird bereits bei der Herstellung von Messing, dem bis zum heutigen Tag wichtigsten Werkstoff für den Metallblasinstrumentenmacher, deutlich. Die Nürnberger besaßen umfangreiche Schürfrechte im In- und Ausland und sicherten somit die Verfügbarkeit von Kupfer und Galmei, den grundlegenden Rohstoffen zur Messingherstellung. Letzteres wurde hauptsächlich in Gebieten um Köln, Goslar und Aachen abgebaut. Die Messingerzeugung selbst war durch den Rat der Stadt streng zwischen den sehr spezialisierten Gewerken - wie z.B. Messingbrenner, Messingschneider, Messingschläger und Messingschaber - geregelt. Gleiches galt für die Verteilung der Messingkontingente, so daß zunächst der erforderliche Bedarf der Stadt bedient werden mußte und erst dann Verkäufe außerhalb der Stadt zulässig waren.


Was den Instrumentenbau selbst betrifft, so oblag auch die Herstellung von Instrumentenbestandteilen und die Durchführung von Dienstleistungen jeweils ausgewählten Handwerken. Beispielsweise wurden Knäufe aus Guss durch die Rotschmiede angefertigt, Veredelungen von Instrumententeilen (Silbergarnituren) durch die Gold- und Silberschmiede vorgenommen, oder Engelsköpfe zur Verzierung von den Gelbbrennern hergestellt. Man erkennt bereits hier, dass der Berufsstand, so wie er später in der Handwerksordnung von 1625 beschrieben wurde, sich aus verschiedensten Handwerken entwickelte und bereits im 17. Jhd. eine hohe Arbeitsteiligkeit mit „industrieller“ Struktur vorlag. Von der Vorstellung, daß alle Bestandteile eines Instruments damals stets in einer Werkstatt gefertigt worden wären, darf man sich also getrost verabschieden.

Kunst- und Prunkgegenstände waren im 17. und 18. Jhd. sehr beliebt und verhalfen zur Blüte

Die starke Nachfrage nach Prunk- und Kunstgegenständen durch den Adel tat das übrige um den Berufsstand zur Entfaltung zu bringen. Als Symbol für Herrschaft und Macht waren Trompeten besonders für Repräsentationsaufgaben bei Hofe und in der Kunstmusik begehrt. Aber auch ihr Einsatz als Kriegsinstrument darf nicht unterschätzt werden. Zur Steuerung der Truppen waren Signalinstrumente ganz wesentlich. Man muss sogar davon ausgehen, dass die Mehrzahl der Instrumente für den Kriegsdienst zum Einsatz kam.


Heute ist vom Nürnberger Trompetenbau, diesem damals blühenden Wirtschaftszweig zumindest noch ein Hauch zu spüren. Inzwischen sind es statt 20 Metallblasinstrumentenmachern nur noch drei, Die Nürnberger Tradition des Barocktrompetenbaus wird aber durch den Instrumentenmachermeister Norbert Neubauer weitergeführt, so daß die geläufige Redewendung „Nürnberger Tand geht durch alle Land“ im übertragenen Sinne heute wieder mit Leben erfüllt wird.


(aus "Instrumentenbauer in Bayern" 2010)